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People in circle laughing from Bangladesh factory

ALDI Factory Advancement Project

Unser Ansatz

ALDI engagiert sich für Menschenrechte in der Bekleidungsindustrie. Mit dem ALDI Factory Advancement (AFA) Project hat die ALDI SÜD Gruppe gemeinsam mit ALDI Nord ein wirksames Instrument etabliert, dass positiven Wandel in Bekleidungsfabriken in Bangladesch vorantreibt.

Seit seinem Projektstart im Jahr 2013 stehen im AFA Project Arbeiter und Manager im Mittelpunkt. Die Projektaktivitäten haben die Entwicklung nachhaltiger Lösungen zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen in Bekleidungsfabriken zum Ziel. Das Grundprinzip des Projekts besteht in der Förderung des Dialogs zwischen Arbeitern und Managern. Nur durch die Kooperation und das gemeinsame Engagement beider Parteien kann ein wirksamer Wandel in der Bekleidungsindustrie ermöglicht werden.

Rabeya, Arbeiterin in einer AFA Project Fabrik

„Mir ist bewusst geworden, dass meine Meinung und meine Ideen für die Weiterentwicklung meiner Fabrik wichtig sind. Wir haben gelernt, dass wir durch gute Kommunikation und Dialog jegliche Probleme und Konflikte, die in der Fabrik auftreten, lösen können.“

Rabeya, Arbeiterin in einer AFA Project Fabrik

Der Schlüssel zum Erfolg des AFA Project liegt in der aktiven Einbeziehung der Arbeiter. Inzwischen haben bereits etwa 85.000 Arbeiter und ihre Manager aus 40 Fabriken durch positive Veränderungen in ihrem täglichen Arbeitsumfeld von diesem Projekt profitiert.

Unsere Aktivitäten

Projektphase 1.0

Die erste Phase des AFA Project wurde im Sommer 2019 erfolgreich beendet. In über 450 Projektaktivitäten diskutierten Arbeiter, Manager und AFA Project Trainer verschiedene Themen, wie zum Beispiel die Etablierung wirksamer Kommunikationskanäle, Arbeitssicherheit, angemessene Arbeitszeiten, Beförderungen, private Finanzplanung, Qualitätsmanagement sowie Produktivität. Insgesamt erfolgten sechs Wirksamkeitsanalysen, um den Erfolg des AFA Project zu messen.

Projektphase 2.0

AFA Project

Im Sommer 2019 haben wir die nächste spannende Phase des AFA Project gestartet: Ein innovatives Pilotprojekt mit ausgewählten Fabriken und Geschäftspartnern. Gemeinsam heben wir das AFA Project auf die nächste Stufe: Mit den Erfahrungen, die wir in den letzten sechs Jahren sammeln konnten, haben wir ein Projekt entwickelt, das die teilnehmenden Fabriken langfristig von AFA Project Trainern unabhängig machen soll.

Wir wissen, dass qualifizierte Moderatoren der Schlüssel zur Schaffung nachhaltiger Lösungen in Fabriken sind. Es sind die Moderatoren, die mit ihrer Haltung positiven Wandel vorantreiben und Werkzeuge für den Umgang mit komplexen Herausforderungen bereitstellen.

AFA Project Plus: Kinderbetreuung

AFA Project Plus

Von 2016 bis 2019 stellte das AFA Project PLUS den dringenden Bedarf von Fabrikarbeiterinnen in Bangladesch nach hochwertiger Betreuung für ihre Kinder in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten. ALDI unterstützte ausgewählte AFA Project Fabriken bei der Verbesserung ihrer fabrikinternen Kindertagesbetreuungen.

Aufgrund ihrer finanziellen Situation und fehlender Alternativen sind viele Fabrikarbeiterinnen auf fabrikinterne Kindertagesstätten angewiesen. Gemeinsam mit lokalen Nichtregierungsorganisationen unterstützten wir die professionale Fortbildung von den Erziehern, dem leitendem Personal in den Kindertagesstätten, dem Pflegepersonal und den Eltern, die in der Fabrik beschäftigt sind. Bisher haben insgesamt 16 Fabriken das AFA Project PLUS durchlaufen.

    Unsere Kennzahlen

    85000

    Arbeiter und Manager profitieren von der positiven Veränderung

    40

    involvierte Fabriken

    450

    AFA Project Aktivitäten

    Unsere Erfolge

    Female and male people sitting on ground
    Nachhaltige Lösungen
    Hotline verringert unbefugtes Fernbleiben vom Arbeitsplatz

    Herausforderung:

    In einer der teilnehmenden AFA Project Fabriken war Managern vermehrt aufgefallen, dass beschäftigte Arbeiter häufig ohne Angabe eines Grundes und somit unbefugt von der Arbeit fernblieben. In einer unserer ersten AFA Project Aktivitäten tauschten sich Arbeiter und Manager über mögliche Ursachen aus. Dabei stellte sich heraus, dass Arbeiter unentschuldigt vom Arbeitsplatz fernblieben, da das Verfahren zur Beantragung einer Abwesenheit, etwa im Krankheitsfall oder für Urlaub, unverständlich war.

    Lösung:

    Manager und Arbeiter initiierten eine Informationskampagne zu dem existierenden Verfahren und den unterschiedlichen Arten von Abwesenheiten, die in Bangladesch gemäß dem nationalen Arbeitsrecht existieren. Zudem etablierten sie eine „Abwesenheits-Hotline” in der Fabrik. Sie dient als Informations- und Beschwerdestelle, an die sich die Arbeiter wenden können:

    1. Wenn Arbeiter sich außerhalb des Fabrikgeländes befinden und einen freien Tag nehmen müssen, etwa da sie erkrankt sind.
    2. Wenn Urlaubsanträge nicht genehmigt wurden und der betreffende Arbeiter dies als ungerechtfertigt empfindet.

    Ergebnis:

    Die Hotline wird monatlich von 15 bis 30 Arbeitern in Anspruch genommen. Der Anteil der Arbeiter, die das Verfahren ordnungsgemäß nutzen, stieg um 50 %.

    AFA Project participant: Ambia
    Effektive Kommunikation
    Verbesserung des Arbeitsumfeldes

    Herausforderung:

    Mitarbeiter einer AFA Project Fabrik identifizierten die angespannte Situation zwischen den Vorgesetzen und den Arbeitern einer bestimmten Produktionslinie als dringliches Problem. Die Vorgesetzten zeigten sich mit der Leistung ihrer Mitarbeiter unzufrieden und drängten die Arbeiter, sich zu verbessern.

    Lösung:

    Arbeiter und Manager diskutierten gemeinsam warum die Nähqualität und die Produktivität der Produktionslinie vergleichsweise niedrig war. Durch die Schaffung eines sicheren Raumes, in dem Arbeiter und Manager sich aktiv zuhören und miteinander ins Gespräch kommen können, wurde die Ursache schnell identifiziert: Die Produktionslinie befand sich direkt neben der Fensterfront, an der auch Ventilatoren angebracht sind. Durch die von den Ventilatoren ausgehende zirkulierende Luft wurden die Stoffe verzogen oder teilweise sogar als Ganzes von der Arbeitsstation weggeweht. Arbeiter und Manager beschlossen daher, die Produktionslinie weiter weg von den Ventilatoren zu platzieren.

    Ergebnis:

    Die Qualität und Produktivität der Produktionslinie sowie das Verhältnis zwischen Mitarbeitern und ihren Führungskräften haben sich deutlich verbessert. Die betroffenen Arbeiter fühlten sich nicht mehr unter Druck gesetzt und sind zufriedener mit ihrem Arbeitsumfeld.

    Women with hijab writing on board
    Mitarbeiterpotential
    Lohnabrechnungen verstehen

    Herausforderung:

    In Fabriken haben Arbeitnehmer Probleme beim Verständnis ihrer monatlichen Lohnabrechnungen. Schwierigkeiten bestehen oftmals in der Nachvollziehbarkeit der tatsächlichen Berechnung ihres Arbeitslohns, einschließlich sämtlicher Bezüge, Lohnzuschläge, Überstundenvergütungen und potenzieller Abzüge. Entsprechend häufig erhält die Personalabteilung Beschwerden von Arbeitern.

    Lösung:

    Arbeiter und Manager kamen auf die Idee, ein Video in ihrer Fabrik zu produzieren, das die Lohnabrechnung und -berechnung sowie die Lohnstruktur für Arbeiter verständlich darstellt. Einige Arbeiter wirkten ebenfalls an der Produktion des Videos mit, beispielsweise bei der Erstellung des Drehbuchs oder als Schauspieler. Die Beteiligung der Mitarbeiter an der Produktion des Videos stellte sicher, dass der Inhalt des Videos für die Arbeiter relevant und leicht verständlich war.

    Ergebnis:

    Fabrikarbeiter verstehen jetzt ihre Lohnabrechnungen. Bei der Personalabteilung treffen weniger Beschwerden diesbezüglich ein.

    Garment workers in factory line
    Erhöhte Produktivität und Qualität
    Gewährleistung eines sicheren Arbeitsplatzes

    Herausforderung:

    Arbeiter und Manager ermittelten mangelhafte Ordnung als ein Sicherheitsproblem in ihrer Fabrik: Für die Lagerung und den Transport von Arbeitsmaterialien wurden Kisten aus Karton genutzt. Diese versperrten Gänge sowie Arbeitsplätze und erhöhten die Brandgefahr.

    Lösung:

    Manchmal führen bereits sehr simple Lösungen zum Erfolg. Es muss sich nur die Zeit genommen werden, um miteinander zu sprechen und einander zuzuhören, um zu einer Lösung zu kommen. Die Arbeiter und Manager beschlossen, die Kartons durch Kunststoffkisten zu ersetzen. Kunststoffkisten sind vergleichsweise schwer entflammbar, lassen sich besser stapeln und somit verstauen, ohne Fluchtwege zu versperren.

    Ergebnis:

    Die Arbeiter fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz sicherer. Die Lösung ging auch mit Produktivitätssteigerungen einher: Da weniger Schmutz in die Kisten gelangt und die Ware somit sauberer ist, besteht auch weniger Reinigungsbedarf. Dies spart Zeit im Produktionsprozess. Zudem können die Kisten mehrfach wiederverwendet werden und senken so langfristig die Kosten für die Fabrik.

    Sustainable Development Goals

    1 Keine Armut 2 Kein Hunger 3 Gesundheit und Wohlergehen 4 Hochwertige Bildung 5 Geschlechtergleichheit 8 Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum 10 Weniger Ungleichheiten 12 Nachhaltige/r Konsum und Produktion 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

    UNGC

    Menschenrechte

    Prinzip 1

    Schutz der Menschenrechte unterstützen und achten

    Prinzip 2

    Nicht an Menschenrechtsverletzungen mitschuldig

    Arbeitsnormen

    Prinzip 5

    Abschaffung von Kinderarbeit

    Prinzip 6

    Beseitigung von Diskriminierung bei Anstellung und Erwerbstätigkeit

    GRI Referenzen

    GRI 413: Lokale Gemeinschaften 2016

    Global Reporting Initiative 413-1

    GRI 103: Managementansatz: 2016

    Global Reporting Initiative 103-1 Global Reporting Initiative 103-2 Global Reporting Initiative 103-3