Stehende Menschen die lachen
August 2021

ALDI hat das ALDI Factory Advancement Project in Bangladesch erfolgreich abgeschlossen

Katharina Wortmann (Director Corporate Responsibility International)
Katharina Wortmann
Director Corporate Responsibility International

ALDI engagiert sich bereits seit vielen Jahren für die Förderung der Menschenrechte in der Bekleidungsindustrie. Mit dem ALDI Factory Advancement (AFA) Project haben wir eine sehr gute Möglichkeit geschaffen, Veränderungen in jenen Produktionsstätten in Bangladesch zu erzielen, die unsere Bekleidungsartikel herstellen. Nach acht Jahren haben wir das AFA Project nun erfolgreich abgeschlossen und eine deutliche Verbesserung der Zusammenarbeit am Arbeitsplatz zwischen Arbeiterinnen und Arbeitern und Führungskräften festgestellt.

Was ist das AFA Project?

Wir haben das ALDI Factory Advancement (AFA) Project ins Leben gerufen, weil es viele verschiedene Gründe gibt, warum es zu Konflikten zwischen Beschäftigten und Führungskräften kommen kann, zum Beispiel unzureichende Sicherheit am Arbeitsplatz oder Uneinigkeit bezüglich Löhnen und Gehältern. ALDI wollte diese Herausforderungen direkt angehen und die Arbeitsbedingungen in den von uns genutzten Produktionsstätten für Bekleidungsartikel in Bangladesch verbessern. Ziel des Projekts war es, den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Beschäftigten und Führungskräften zu fördern. Durch die aktive Beteiligung der Arbeiterinnen und Arbeiter wurden Herausforderungen identifiziert, kritisch beleuchtet und es wurden in Zusammenarbeit mit den Führungskräften gemeinsame Lösungen entwickelt.

In den vergangenen acht Jahren wurde das AFA Project in zwei Phasen unterteilt. Nachdem das Projekt im Jahr 2013 (gemeinsam mit ALDI Nord) gestartet wurde, leitete unser AFA-Project-Schulungsteam den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen den Beschäftigten und den Führungskräften. Als die erste Phase des AFA Project im Sommer 2019 erfolgreich abgeschlossen wurde, hatten 85.000 Arbeiterinnen und Arbeiter sowie ihre Führungskräfte aus 40 Produktionsstätten bereits von positiven Veränderungen in ihrem täglichen Arbeitsumfeld profitiert. Gleichzeitig leiteten wir Phase 2.0 ein: Indem wir Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Führungskräfte als Mediatorinnen und Mediatoren schulten, konnten sie die positiven Entwicklungen langfristig und unabhängig vom AFA-Project-Schulungsteam vorantreiben.

Menschen sitzen am Boden im Kreis

 

Projektphase 1.0: 85.000 Menschen in Bangladesch profitierten vom AFA Project

Um tiefgreifende Veränderungen erfolgreich umzusetzen, wurde ein sicherer Ort geschaffen, an dem die Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Herausforderungen erläutern können. Beschäftigte, Führungskräfte und das AFA-Project-Schulungsteam erörterten verschiedene Themen wie die Schaffung effektiver Kommunikationsstrukturen, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Arbeitszeiten, Beförderungssysteme, private Finanzplanung, Qualitätsmanagement und Produktivität.

Verbesserung der Arbeitsabläufe

Das Projekt umfasste Peer-to-Peer-Learning-Aktivitäten, bei denen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aller Produktionsstätten zusammenkamen, um Informationen auszutauschen und voneinander zu lernen. Anschließend durchliefen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Produktionsstätten alle zwei bis drei Monate eine Aktivität. Das AFA-Project-Schulungsteam, Geschäftspartnerinnen und -partner sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer CR Unit in Bangladesch und unserer Corporate Responsibility International Abteilung unterstützten das Projekt auf operativer und strategischer Ebene.

Im Zuge der 450 Aktivitäten im Rahmen des AFA Project haben die Arbeiterinnen und Arbeiter sowie die Führungskräfte in den einzelnen Produktionsstätten eine Vielzahl unterschiedlicher Herausforderungen am Arbeitsplatz identifiziert und entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Dazu gehörte beispielsweise die konsequente Verwendung der persönlichen Schutzausrüstung, die Verbesserung der Qualität des Kantinenessens oder die Schaffung von Strukturen zur Verhinderung von unangemessenem Verhalten durch Vorarbeiterinnen und Vorarbeiter und die mittlere Führungsebene. Durch das AFA Project haben die Eigentümerinnen und Eigentümer der Produktionsstätten erkannt, dass die Beschäftigten einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsabläufe in der Produktionsstätte leisten können. Ihre kreativen Ideen und ihre scharfe Beobachtung führten zu Lösungen, die die Zusammenarbeit am Arbeitsplatz verbesserten und die Kommunikation effektiver machten. Wir haben sechs Wirkungsanalysen („Impact Assessments“) durchgeführt, um den Erfolg des AFA Project zu messen und dabei festgestellt, dass die verbesserte Zusammenarbeit und Kommunikation am Arbeitsplatz zu höherer Produktivität und Qualität führte.

Entwicklung von Kinderbetreuungseinrichtungen – AFA PLUS Project

Im Zeitraum zwischen 2016 und 2019 führte ALDI zudem das AFA PLUS Project durch, um den dringenden Bedarf an hochwertiger Kinderbetreuung für in den Produktionsstätten beschäftigte Eltern zu decken. Ausgewählte Produktionsstätten erhielten Unterstützung für ihre internen Kinderbetreuungsangebote. Hierbei ging es um Themen wie die praktische Umsetzung der Kinderbetreuung, Sicherheit für Kinder, Gesundheit und Ernährung, vorschulische Erziehung und die Verwaltung von Kinderbetreuungseinrichtungen.

Frauen arbeiten in einer Fabrik

 

Projektphase 2.0: Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Führungskräfte entwickelten eigenständige Lösungen

Von 2019 bis 2021 haben wir die Phase 2.0 des AFA Project in sechs Produktionsstätten und mit vier Geschäftspartnerinnen bzw. Geschäftspartnern umgesetzt. Wir haben unsere in sechs Jahren gesammelte Erfahrung genutzt, um das Projekt weiterzuentwickeln mit dem Ziel, den Beschäftigten die Möglichkeit zu geben, die Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten auch ohne die Unterstützung durch das AFA-Project-Schulungsteam weiter zu verbessern. Um dies umzusetzen, mussten wir die Methoden und Prozesse innerhalb der Produktionsstätten dauerhaft verankern und sicherstellen, dass die Produktionsstätten diesen Weg auch eigenständig weiter beschreiten.

Ausbildung von Mediatorinnen und Mediatoren

Jede Produktionsstätte wählte zwei Vertreter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zwei Führungskräfte aus, die als Mediatorinnen und Mediatoren im Bereich „Zusammenarbeit am Arbeitsplatz“ ausgebildet wurden. Die gewählten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte durchliefen einen praxisorientierten Prozess des aktiven Lernens und Übens begleitet durch Coaching und Mentoring. Im Zuge sogenannter „Facilitation Academies“ und Workshops kamen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Führungskräfte sowie Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner zusammen und erhielten Schulungen zu Instrumenten für die Zusammenarbeit am Arbeitsplatz sowie Coaching im Bereich Mediationstechniken und Soft Skills. Während dieser Aktivitäten hatten sie die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen.

Positive Veränderungen in der Zusammenarbeit am Arbeitsplatz

Im Rahmen der Phase 2.0 des AFA Project unterstützten die Mediatorinnen und Mediatoren ihre Kolleginnen und Kollegen, Führungskräfte sowie andere bestehende Gremien bei der Bearbeitung von über 130 Arbeitsplatzthemen in den Bereichen Löhne und Sozialleistungen, Produktion und Produktivität, Bekämpfung von Belästigung am Arbeitsplatz, Arbeitnehmerrechte, Beschwerdemechanismen, COVID-19-Maßnahmen sowie Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Die Mediatorinnen und Mediatoren können nun einen positiven Wandel in der Zusammenarbeit am Arbeitsplatz bewirken, indem sie Instrumente zur Bewältigung komplexer Herausforderungen zur Verfügung stellen. Um in Zukunft eine bessere Zusammenarbeit am Arbeitsplatz zu gewährleisten, hat jede Produktionsstätte eine maßgeschneiderte Strategie und einen Maßnahmenplan erstellt.

Menschen reden vor einem Unterrichtsklasse
Frau erklärt einem Arbeiter etwas
Frau schreibt etwas an ein Whiteboard

Zusammenfassung & Ausblick

Der gemeinsame Dialog und die Entwicklung von Lösungen sind unerlässlich, um Konflikte zu bewältigen und gleichzeitig die Produktivität und Qualität zu steigern. Das AFA Project hat gezeigt, dass die langfristige Umsetzung dieser Techniken sehr erfolgreich sein und das Arbeitsklima wirksam verbessern kann.

Auf der Grundlage der aus dem AFA Project gewonnenen Erkenntnisse analysieren wir derzeit, wie wir künftige Trainings weiterentwickeln können. Ein wichtiger Teil wird darin bestehen, den Bedarf zu ermitteln, um Trainings  bestmöglich anzupassen.


 

ALDI CR Vision 2030

Menschenrechte

Partner for change
Engagement im Rahmen von Partnerschaften
Upholding human rights
Schutz der Menschenrechte von Arbeiterinnen und Arbeitern

Sustainable Development Goals

8 Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum 12 Nachhaltige/r Konsum und Produktion 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele