Kältemittel: auf Klimaverträglichkeit achten

Deutliche Klimaauswirkungen haben zudem die eingesetzten Kältemittel. Der Austritt von Kältemitteln lässt sich auch bei modernsten Anlagen nicht vollständig vermeiden. Um ihn zu minimieren, überwachen wir in allen Landesgesellschaften die Anlagen kontinuierlich auf Leckagen. Zudem tauschen wir herkömmliche Kältemittel gegen klimaverträgliche Alternativen aus.

Das Schädigungspotenzial von Kältemitteln im Vergleich zu Kohlendioxid wird als dessen „Global Warming Potential“ (GWP) angegeben. Kältemittel mit hohem GWP tauschen wir schrittweise gegen umweltverträglichere Kältemittel aus. In über 2.680 Filialen nutzen wir für die Kühlung mittlerweile Kältemittel mit einem GWP-Wert unter 2.200. Ihr Anteil ist von 14,8 % im Jahr 2012 auf 50,6% im Jahr 2015 gestiegen. In Großbritannien zum Beispiel haben wir im Laufe des Jahres 2015 nahezu alle Kälteanlagen mit dem Kältemittel R407F ausgerüstet. Sein GWP ist weniger als halb so hoch wie das seines Vorgängers R404A.

Die einzelnen Landesorganisationen testen zudem verschiedene neue Kältemittel, die geringere Auswirkungen auf das Klima haben. ALDI SÜD in Deutschland setzt zum Beispiel seit 2010 für alle neuen Filialen ausschließlich natürliche Kältemittel in Form von CO2-Kälteanlagen ein. Bis Ende 2015 haben wir in Deutschland 588 Filialen mit solchen umweltverträglichen Anlagen ausgerüstet. Hinzu kommen noch 167 Filialen mit CO2-Kaskaden-Anlagen. Auch in Australien verfügen mittlerweile 145 von 392 Filialen über CO2-Kaskaden-Anlagen.

 

Global Warming Potential

Das Schädigungspotenzial eines Kältemittels wird mit dem Maß Global Warming Potential (GWP) angegeben. Der GWP-Wert beschreibt den möglichen Einfluss eines Kältemittels auf den Treibhauseffekt im Vergleich zur gleichen Menge Kohlendioxid (CO2). Das Kältemittel R404A war bisher weltweit in zahlreichen Kühlanlagen Standard. Es hat einen GWP von 3.943. Das heißt, dass ein Kilogramm R404A das gleiche Schädigungspotenzial wie 3.943 kg Kohlendioxid hat.

 
Einsatz von Kältemitteln in den Filialen nach GWP

Gruppenweit werden zudem in über 3.300 Filialen die Kühltruhen, die nicht an die zentralen Kühlanlagen angeschlossen sind, mit Propan gekühlt, das ein GWP von 3 hat. Und in 71 unserer Logistikzentren nutzen wir das ausschließlich für Großkälteanlagen geeignete Ammoniak als Kältemittel mit einem Klimaschädigungspotenzial von null (Stand Ende 2014). 

Auch in der Transportkühlung spielen Kältemittel eine wichtige Rolle. Um in diesem Bereich die in der THG-Bilanz erfassten Kältemittelverluste stets im Blick zu haben und zu minimieren, haben die Landesorganisationen Monitoring-Systeme für die Kältemittel der Kühlaggregate der LKW implementiert.

 

 

Veränderung der CO₂e-Emissionen durch Kältemittelverluste 2012–2014


Aufgrund unserer Anstrengungen ist die absolute Menge an gruppenweiten CO2-Emissionen durch Kältemittelverluste trotz geschäftlicher Expansion zwischen 2012 und 2014 um 20,6 % gesunken. In den Jahren 2013 und 2014 hat uns die Environmental Investigation Agency (EIA) auf europäischer Ebene als „Green Cooling Leader“ für unsere Fortschritte im jeweiligen Vorjahr ausgezeichnet. Darüber hinaus hat ALDI US sein Engagement unter Beweis gestellt, indem es im Jahr 2015 der „GreenChill Partnership“ der Environmental Protection Agency (EPA) beigetreten ist.

Mehr Informationen zur Klimastrategie finden Sie unter Effizienz: Energieverbrauch optimieren, Grünstrom: erneuerbare Energien einsetzen sowie unter Logistik: Prozesse umweltschonend optimieren