Abfälle vermeiden und Wertstoffe recyceln

Der starke Anstieg des weltweiten Abfallaufkommens stellt eine erhebliche Umweltbelastung dar. Ein Ziel der Unternehmensgruppe ALDI SÜD ist es, Abfall zu vermeiden und Wertstoffe der Wiederverwendung oder dem Recycling zuzuführen.

Im Lebenszyklus unserer Produkte – bei Lebensmitteln ebenso wie bei Gebrauchsartikeln – fallen die größten Abfallmengen während der Produktion oder nach der Nutzung der Produkte, also bei unseren Kunden, an. Auf den Handel als Zwischenstation entfällt zumeist der geringste Anteil des Abfallaufkommens in dieser Kette, überwiegend in Form von Transportverpackungen. Hinzu kommen verderbliche Lebensmittel, die nicht rechtzeitig verkauft wurden.

Internationale Abfallstrategie seit 2015 in Kraft

der Transportverpackungen aus Pappe, Papier und Kartonagen wurden recycelt

Im Jahr 2015 hat die Unternehmensgruppe ALDI SÜD eine internationale Abfallstrategie verabschiedet, in deren Zentrum das Prinzip „Vermeiden, wiederverwenden, recyceln“ steht. Das Verbrennen oder Deponieren von Abfall wollen wir möglichst vermeiden. Geeignete Maßnahmen zum Abfallmanagement werden auf nationaler Ebene abgeleitet und umgesetzt. Die Landesorganisationen entwickeln derzeit Systeme zum umfassenden Monitoring der verschiedenen Abfallfraktionen.

Transportverpackungen werden bei uns nahezu vollständig wiederverwendet oder recycelt. In unserer Unternehmensgruppe fielen 2015 513.500 Tonnen Pappe und Papier sowie 13.700 Tonnen Kunststofffolie an Transportverpackungen an. Die Recyclingquote für diese Materialien liegt bei annähernd 100 %. Darüber hinaus haben wir in einigen Ländern wiederverwendbare Transportkisten aus Kunststoff für Obst, Gemüse und zum Teil auch für Brot eingeführt.

Verwertung nicht verkaufter Lebensmittel

der Filialen arbeiten mit karitativen Einrichtungen zusammen

Verderbliche Lebensmittel wollen wir möglichst restlos verkaufen. Trotz laufend optimierter Planungs- und Bestellprozesse gelingt dies nicht immer. In 81 % unserer Filialen arbeiten wir daher mit karitativen Einrichtungen wie den Tafeln zusammen, um noch genießbare Lebensmittel an Bedürftige zu spenden. (Sach- und Lebensmittelspenden) Ein Teil der nicht verkauften Lebensmittel wird auch in der Landwirtschaft oder der Biogaserzeugung verwertet.

Innovationen auf Länderebene gestartet

Die Landesorganisationen entwickeln im Abfallbereich darüber hinaus eigene Aktivitäten, die den Gegebenheiten im jeweiligen Land entsprechen. ALDI UK zum Beispiel schließt in seinen Entsorgungsverträgen die Deponierung von Abfall größtmöglich aus, obwohl dies nach nationalem Recht noch zulässig ist. In Deutschland haben wir eine Projektgruppe zum Wertstoffkreislauf bei Getränkeflaschen gegründet. Sie prüft unter anderem, ob ein Flaschenkreislauf im Vergleich zum aktuellen PET-Recycling ökologische Vorteile bietet und welche wirtschaftlichen Auswirkungen sich aus einer Einführung ergeben würden.

Während die Rücknahme von Batterien in den Filialen in der EU und der Schweiz verpflichtend ist, hat ALDI in Australien freiwillig ein eigenes Rücknahmesystem aufgebaut. Bislang wurden hier 102 Tonnen Batterien zurückgegeben.

Höhere Umweltorientierung bei Produktverpackungen

Produktverpackungen haben einen hohen Anteil am gesamten Abfallaufkommen. Hier nutzen wir unseren Einfluss in der Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten zur ökologischen Optimierung von Verpackungen. In Österreich und in Deutschland konnten wir bereits den Großteil der Getränkeverbundkartons auf PEFC- oder FSC-Qualität umstellen. ALDI UK hat Leitfäden für Lieferanten entwickelt, um Verpackungen möglichst zu vermeiden, wiederzuverwenden oder zu recyceln.

An vielen Stellen besteht hier zukünftig noch Optimierungsbedarf, zum Beispiel beim Einsatz von transparenten Blisterverpackungen aus Kunststoff. Einerseits erlauben diese unseren Kunden, Produkte vor dem Kauf in Augenschein zu nehmen, ohne sie auszupacken oder die Verpackung zu beschädigen. Andererseits ist das vermeidbare Verpackungsaufkommen hoch. Dieses Beispiel verdeutlicht, wie wir die ökologischen, aber auch die qualitativen und wirtschaftlichen Aspekte abwägen müssen.

Unsere Landesgesellschaften in Großbritannien, Österreich und Australien engagieren sich bereits in nationalen Initiativen für umweltfreundliche Verpackungen. Hofer in Österreich ist zum Beispiel Mitglied der ARGE Nachhaltigkeitsagenda für Getränkeverpackungen. Ziel dieser Arbeitsgemeinschaft ist es, den Anteil an Treibhausgasemissionen bei Getränkeverpackungen zu reduzieren. ALDI Australien ist Unterzeichner des Australian Packaging Covenant, einer Initiative für nachhaltiges Verpackungsdesign.