Ressourcen nachhaltiger nutzen

Ein nachhaltigerer Anbau und eine verantwortungsbewusste Nutzung von Ressourcen tragen zum Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen bei. Gleichzeitig sichert dieser nachhaltige Umgang die langfristige Verfügbarkeit von Ressourcen.

Gruppenweit haben wir eine Wesentlichkeitsanalyse für CR-Kriterien im Einkauf durchgeführt. Dabei haben wir die Positionen von internen und externen Stakeholdern sowie die nationalen Marktentwicklungen berücksichtigt. Im Blickpunkt unserer Aktivitäten stehen Ressourcen, die für unsere Sortimentspolitik im internationalen Maßstab besonders relevant sind und bei denen ein hoher Handlungsbedarf besteht. Hierzu zählen derzeit Palmöl, Holz, Kakao, Kaffee, Fisch und Meeresfrüchte sowie das Thema Tierwohl.

Ressourcen im Fokus

 

Umstellung auf nachhaltige Palmöl-Gewinnung

Palmöl findet aufgrund seiner vielseitigen Eigenschaften in zahlreichen Lebensmitteln und Gebrauchsartikeln Verwendung. Es verfügt über hervorragende Gebrauchseigenschaften und ist temperaturbeständig, einfach zu verarbeiten und geruchlos.

Für den Anbau von Ölpalmen wurden und werden zum Teil heute noch große Flächen tropischen Regenwaldes gerodet. Folgen sind die Freisetzung hoher CO2-Mengen, die Zerstörung von Ökosystemen, die Verringerung der Artenvielfalt sowie der Entzug der Lebensgrundlage für die lokale Bevölkerung.

Palmöl kann indes aufgrund seiner Eigenschaften nicht ohne Weiteres durch andere Öle oder Fette ersetzt werden. Hinzu kommt die besonders hohe Ertragskraft der Ölpalme: Um die gleiche Menge Öl aus Raps, Sonnenblumen, Soja oder Kokos zu erzeugen, braucht man die 2,5- bis 7-fache Anbaufläche. Dabei können auch Konkurrenzen um Flächen für die Produktion anderer Lebensmittel entstehen.

Aus diesen Gründen setzt ALDI SÜD auf Palmöl aus nachhaltiger Produktion. Bis Ende 2015 haben wir in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Irland und Australien bereits alle Lebensmittel unserer Eigenmarken auf Palmöl umgestellt, das nach dem Standard des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) zertifiziert ist. ALDI SÜD akzeptiert dabei ausschließlich die Zertifizierungen „identity preserved“, „segregated“ und „mass balance“ und verlangt den Nachweis der Lieferkettenzertifizierung von der letzten Produktionsstätte. Vereinzelte Ausnahmen wurden für geringste Mengen von Palmöl-Derivaten und Fraktionen gemacht, bei denen entsprechend zertifiziertes Palmöl aus physischen Lieferkettensystemen noch nicht verfügbar ist.

Unser Ziel ist es, bis Ende 2018 in allen Ländern bei Lebensmitteln unserer Eigenmarken ausschließlich RSPO-zertifiziertes Palmöl zu verwenden. Darüber hinaus stehen wir im Austausch mit Produzenten und Importeuren von Palmöl, der weiterverarbeitenden Industrie und Herstellern, um die Verfügbarkeit von zertifiziertem Palmöl in Form von Derivaten und Fraktionen für Artikel wie zum Beispiel Waschmittel und Kosmetika zu erhöhen.

Holz und Papier aus nachhaltigen Quellen

der Artikel mit Holz- und Zellulosebestandteil sind zertifiziert oder recycelt

Um den negativen Auswirkungen der weltweiten Abholzung von Waldflächen zu begegnen, stellen wir seit 2009 unsere Produkte mit Holz- und Zellulosebestandteilen sowie das Papier für unsere Verpackungen und Kommunikationsmaterialien auf Recyclingmaterial oder zertifizierte Quellen (FSC, PEFC) um. In Europa ist dies bei Produkten auf Zellstoffbasis wie Haushalts- und Kosmetiktüchern, Toilettenpapier und Papiertaschentüchern bereits erfolgt. In den USA und in Australien machen wir bei der Umstellung dieser Produkte gute Fortschritte. Auch unsere Werbematerialien sind international bereits vollständig umgestellt. Für die übrigen Produkte sowie Transport- und Produktverpackungen aus Zellstoff streben wir dies bis 2020 an. (Abfälle vermeiden und Wertstoffe recyceln)

Kakao aus nachhaltigem Anbau

Produkte mit zertifiziertem Kakao (UTZ, Rainforest Alliance, Fairtrade)

Kakao wird überwiegend in tropisch-äquatorialen Ländern angebaut – zu großen Teilen von Kleinbauern in politisch sowie sozial konfliktreichen Gebieten. Monokulturen und der häufig damit einhergehende intensive Pestizid- und Herbizideinsatz führen zu einer erhöhten Umweltbelastung. Die Umsetzung von Sozialstandards, insbesondere die Vermeidung von Kinderarbeit, stellt im Kakaoanbau noch immer eine Herausforderung dar.

ALDI SÜD setzt sich mit Hilfe der Nachhaltigkeitsstandards UTZ, Rainforest Alliance und Fairtrade für faire Arbeitsbedingungen und eine umweltschonende Produktion im Kakaoanbau ein. Den größten Teil unserer Produkte haben wir bereits umgestellt. Bis zum Jahr 2020 werden wir in allen Schokoladen und Schokoladenkeksen unserer Eigenmarken ausschließlich zertifizierten Kakao verwenden. ALDI SÜD Deutschland engagiert sich seit 2015 aktiv in der Multi-Stakeholder-Initiative Forum Nachhaltiger Kakao.

Nachhaltiger Kaffee

Kaffee ist einer der weltweit am meisten gehandelten Rohstoffe und wird vorwiegend von Kleinbauern in subtropischen Gebieten angebaut. Infolgedessen stößt man im Kaffeeanbau auf ähnliche Rahmenbedingungen wie im Kakaoanbau: Zentrale Herausforderungen sind faire Arbeitsbedingungen und effizientere Anbaumethoden.

Um diese Herausforderungen anzugehen, legt ALDI SÜD Wert darauf, nachhaltigen Kaffee (Fairtrade, UTZ, Rainforest Alliance und 4C Association) im Sortiment zu führen. Im Jahr 2015 lag der Anteil bei 30 % der Kaffeemenge. 

ALDI SÜD Deutschland engagiert sich seit Anfang 2016 in Kooperation mit Fairtrade in Honduras. Das Projekt hat zum Ziel, die Lebensqualität von Kaffeekleinbauern zu verbessern.

Anforderungen an Fisch und Meeresfrüchte

Umsatzanteil zertifizierter Produkte am jeweiligen Gesamtumsatz Fisch- und Meeresfrüchteprodukte aus Wildfang bzw. Aquakultur (Eigenmarken)

Nicht nachhaltiger Fischfang gefährdet das Ökosystem Meer und die langfristige Verfügbarkeit von Fisch als Nahrungsquelle. Auch bei Fisch aus Aquakultur ist die Einhaltung ökologischer Standards nicht immer gewährleistet.

In allen Ländern hat ALDI SÜD das Sortiment an Fisch und Meeresfrüchteprodukten nachhaltiger ausgerichtet. Dafür haben alle Landesorganisationen nationale Einkaufspolitiken entwickelt, die für Lieferanten und Einkäufer gleichermaßen bindend sind. Unter Einbeziehung externer Expertise – unter anderem von Greenpeace und Sustainable Fisheries Partnership (SFP) – führen wir Bewertungen unseres Fischsortiments anhand der eingesetzten Fischarten, der Fanggebiete und der Fangmethoden durch. Die nationalen Fisch-Einkaufspolitiken werden jährlich überprüft und bei Bedarf aktualisiert. (Nachhaltige Fischerei: Einblick ALDI US) In den letzten Jahren haben wir kontinuierlich den Anteil von Produkten erhöht, die nach den Standards Marine Stewardship Council (MSC), Aquaculture Stewardship Council (ASC), Bio, GLOBALG.A.P. Aquaculture oder Best Aquaculture Practices (BAP) 2 Sterne zertifiziert sind.

 

Neue Impulse für nachhaltigen Fischfang

In Pilotprojekten verleihen wir nachhaltiger Fischerei und Meerestierproduktion neue Impulse. In Marokko initiierte ALDI SÜD ein Projekt für nachhaltigen Sardinenfang. Als Mitglied des Asia Reduction Fisheries Supplier Roundtable verfolgen wir lösungsorientierte Ansätze zur ökonomischen, sozialen und ökologischen Verbesserung der Beschaffungsmethoden im Bereich Fisch und Meeresfrüchte aus Südostasien. Hofer in Österreich hat zusammen mit einem langjährigen Lieferanten und mit der Unterstützung der Austrian Development Agency ein Projekt zur nachhaltigen Garnelenproduktion in West-Bengalen gestartet. Dabei haben wir neben der Umsetzung sozialer und ökologischer Maßnahmen auch eine Bio-zertifizierte Lieferkette aufgebaut.

 

Engagement für mehr Tierwohl

Viele unserer Produkte stammen von Tieren oder werden mit Hilfe tierischer Produkte erzeugt: Frischfleisch, Eier und Milch, aber auch Wolle, Kosmetika und Haushaltsprodukte. Das Ziel der Unternehmensgruppe ALDI SÜD ist es, die Lieferanten bei der Verbesserung von Haltungsbedingungen der Tiere zu unterstützen.

Zum Thema Tierwohl bestehen in den Ländern, in denen ALDI SÜD tätig ist, unterschiedliche Rahmenbedingungen, Erwartungen und Prioritäten. Alle Landesorganisationen haben Tierwohl-Leitlinien entwickelt, die sich an den „5 Freiheiten“ des britischen Farm Animal Welfare Committee (FAWC) ausrichten. Sie beinhalten den Ausschluss bestimmter Produkte ebenso wie die Aspekte Rückverfolgbarkeit, Transparenz, unabhängige Kontrollen sowie Forschungsprojekte für mehr Tierwohl.

ALDI SÜD in Deutschland war maßgeblich an der Gründung der Initiative Tierwohl beteiligt, eines branchenübergreifenden Bündnisses zur Förderung einer tiergerechten und nachhaltigen Fleischerzeugung.