Sojabohnenfeld von vorne

Ressourcen

„Wir möchten erreichen, dass nachhaltiger erzeugte Produkte eine Selbstverständlichkeit werden. Entlang der Lieferkette, von der Rohstoffbeschaffung bis zum finalen Produktionsprozess, achten wir auf die Berücksichtigung ökologischer und sozialer Nachhaltigkeitskriterien und Aspekte des Tierwohls. Dabei schließen wir alle Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft, der Viehhaltung, des Fischfangs sowie alle sonstigen natürlichen Ressourcen ein, die bei der Herstellung und Verpackung unserer Produkte verwendet werden.“

CR-Grundsätze

Inhalt

Etwa 30 % der Landfläche auf der Erde sind von Wald bedeckt. Die Wälder der Erde spielen in den globalen Ökosystemen eine zentrale Rolle, als Lebensräume für die verschiedensten Arten ebenso wie in ihren Funktionen für das Klima. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den tropischen Wäldern sowie den Urwäldern Südamerikas und Südostasiens zu. Durch Umwandlung von Waldflächen in landwirtschaftliche Nutzflächen oder für städtebauliche Entwicklung gehen jedes Jahr Millionen Hektar Wald verloren. Die Umwandlung von Wäldern trägt wesentlich zu den weltweiten Treibhausgasemissionen bei.

Ein großer Anteil der Rodung von Wäldern erfolgt, um Anbauflächen für Futtermittel wie Soja, Nutzpflanzen wie Ölpalmen oder Weideflächen für Rinderhaltung zu gewinnen. Daneben erfolgt Holzeinschlag ebenfalls zur Gewinnung von Holz als Bau- oder Werkstoff sowie zur Herstellung von Papier und Pappwaren. 

Im Einkauf achten wir darauf, dass die von uns gehandelten Produkte nicht zur illegalen Entwaldung beitragen. Wir konzentrieren uns dabei zunächst auf die vier wichtigsten Themen: den Anbau von Soja, die Produktion von Palm(kern)öl, die Forstwirtschaft und die Rinderzucht.

Wir streben an, dass der Anbau von Soja, das vor allem als Futtermittel in unseren Lieferketten verwendet wird, ohne negative Auswirkungen auf Wälder erfolgt. Dazu tauschen wir uns intensiv mit unseren Stakeholdern aus und sind im Mai 2017 dem Roundtable on Responsible Soy (RTRS) sowie der Retailer Soy Group (RSG) beigetreten. Im Rahmen der weiteren Strategieentwicklung für ökologisch und sozial verträglichen Sojaanbau haben wir im Jahr 2017 für ALDI SÜD in Deutschland, HOFER S/E und ALDI UK/Irland einen ersten Soja-Fußabdruck berechnet, um die Auswirkungen unserer Lieferkette quantitativ einzuschätzen. Dieser Soja-Fußabdruck spiegelt den Soja-Verbrauch von relevanten tierischen Produkten wider, die den Großteil des Soja-Fußabdrucks in unserer Lieferkette ausmachen. Auf der Basis des fortgeschriebenen Soja-Fußabdrucks werden wir im Laufe des nächsten Jahres entsprechende Maßnahmen entwickeln sowie unser Engagement in Multi-Stakeholder-Initiativen ausbauen.

Palm(kern)öl kann in vielen unserer Produkte nicht ohne Weiteres sinnvoll durch andere Fette oder Öle ersetzt werden. Ein Aspekt ist dabei die höhere Ertragskraft der Ölpalme im Vergleich zu allen anderen Ölpflanzen. Zur Gewinnung derselben Ölmenge aus anderen Pflanzen würde ein Mehrfaches der Anbaufläche benötigt, was das Problem letztlich nur verlagern würde. Wir setzen daher auf die Verwendung von Palm(kern)öl aus zertifizierten Quellen. Bereits seit dem Jahr 2011 sind wir Mitglied des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) und seit Ende des Jahres 2015 ist das Palm(kern)öl, welches in unseren in Deutschland, Österreich, der Schweiz, UK, Irland und Australien vertriebenen Lebensmittel-Eigenmarken enthalten ist, nach den Lieferketten-Standards des RSPO zertifiziert. Bis zum Ende des Jahres 2018 werden wir weltweit alle unsere Eigenmarken-Produkte auf RSPO-zertifiziertes Palm(kern)öl umgestellt haben. Für Derivate und Fraktionen in Gebrauchsartikeln werden wir auch RSPO-Palm-Zertifikate akzeptieren. Darüber hinaus engagieren wir uns in der Retailer Palm Oil Group sowie in der Retail Palm Oil Transparency Coalition.

Ein signifikanter Anteil des global gehandelten Palm(kern)öls wird von Kleinbauern produziert. Um Kleinbauern in unser Engagement für nachhaltiges Palm(kern)öl zu integrieren, kombinieren wir drei Maßnahmen: Mit dem Kauf von Independent Smallholder Credits unterstützen wir die Arbeit von Kleinbauern. Wir engagieren uns in der Smallholder Working Group des RSPO für die Weiterentwicklung des RSPO-Standards, damit Kleinbauern verstärkt gefördert und berücksichtigt werden. Seit 2017 fördert ALDI SÜD ein Kleinbauernprojekt an der Elfenbeinküste, um wichtige Weichen für einen nachhaltigen Palm(kern)öl-Anbau zu stellen. Gemeinsam mit unserem NGO-Partner Solidaridad haben wir ein Projekt entwickelt, welches sich auf den Schutz natürlicher Wälder und auf umweltfreundliche Anbaumethoden konzentriert. Aufbauend auf einem Projekt des RSPO Smallholder Support Funds für 5.000 Kleinbauern bietet Solidaridad ergänzend intensive Trainings an, die bis zu 3.200 Bauern befähigen sollen, ihre Wälder zu schützen und ihre Anbaumethoden nach Umweltschutz und Ressourcenschonung auszurichten.

Bei allen Artikeln aus Holz oder mit Holzbestandteilen, bei Papierwaren und bei Verpackungen aus Pappe achten wir auf eine Herkunft aus nachhaltigen Quellen. Der Anteil von Artikeln, die FSC®-, PEFC- oder SFI-zertifiziert sind oder aus recyceltem Material gewonnen werden, liegt bei 80 %. Wir haben uns das Ziel gesetzt, sowohl für Produkte als auch für Produktverpackungen unserer Sortimentsartikel aus Pappe und Papier spätestens bis zum Ende des Jahres 2020 nur noch zertifiziertes oder recyceltes Material einzusetzen. Zudem haben wir unsere gesamten Werbematerialien schon seit 2012 auf nachhaltiges Papier umgestellt.

Weitere zukünftige Kernthemen sind die Auswirkungen der Rinderzucht in Südamerika und die hiermit einhergehende Rodung nativer Wälder. Wir analysieren derzeit, inwiefern in diesem Bereich Zusammenhänge zu Produkten aus unserem Sortiment bestehen und welche Gegenmaßnahmen in Betracht kommen. Eine zentrale Herausforderung ist hierbei die komplexe Lieferkette mit ihren vielen Stationen in der Rinderaufzucht. 

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit wird in den nächsten Jahren darauf liegen, die Rückverfolgbarkeit unserer Produkte und der dafür verwendeten Ressourcen auszubauen. Gemeinsam mit unseren Lieferanten und anderen Stakeholdern werden wir weiter daran arbeiten, eine beständig wachsende Anzahl an Produkten auf nachhaltige Quellen umzustellen und so zum Schutz der Wälder beizutragen.

Rinder auf einer Weide
Sojabohnenfeld von oben
Palmölfrüchte

Handlungsfelder beim Schutz der Wälder: Soja, Palm(kern)öl, Holz, Rinderzucht


Palm(kern)öl: Anteil zertifizierter Artikel in % Prüfungen durchgeführt von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Papierwaren: Umsatzanteil zertifizierter/recycelter Artikel in % Prüfungen durchgeführt von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Filter:
Alle Informationen finden Sie übersichtlich in der Tabellen-Ansicht.
Palm(kern)öl 2017
Palm(kern)öl
(zertifiziert)
74
Palm(kern)öl
(nicht zertifiziert)
26
Papierwaren 2017
Papierwaren
(zertifiziert/recycelt)
94
Papierwaren
(nicht zertifiziert/nicht recycelt)
6
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